Terminvereinbarung

 
INPP Methode

INPP Methode – Neuromotorische Entwicklungsförderung für Kinder

Neurologische Reifungsprozesse verstehen, frühkindliche Reflexe erkennen und die Entwicklung von Konzentration, Motorik, Wahrnehmung und Selbstregulation gezielt unterstützen.

Die Grundlage der INPP Methode

Die neurologische Entwicklung eines Kindes beginnt bereits vor der Geburt. In den ersten Lebensmonaten wird die Entwicklung durch angeborene frühkindliche Reflexe gesteuert. Diese automatischen Bewegungs- und Reaktionsmuster unterstützen wichtige Entwicklungsschritte wie Geburt, Nahrungsaufnahme, Kopfkontrolle, Gleichgewicht, Krabbeln und die spätere Aufrichtung gegen die Schwerkraft. Im Verlauf der normalen Entwicklung werden diese Reflexe zunehmend von höheren Hirnzentren gehemmt und durch willkürlich steuerbare Bewegungen ersetzt.

 

Verläuft dieser Reifungsprozess nicht vollständig, können einzelne Reflexmuster länger aktiv bleiben oder wichtige Halte- und Stellreaktionen nur unzureichend ausgebildet sein. Dies wird als neuromotorische Unreife bezeichnet. Nach dem theoretischen Ansatz der INPP-Methode kann dies Auswirkungen auf Lernen, Verhalten, Aufmerksamkeit, Koordination und Wahrnehmungsverarbeitung haben.

 

Woran kann sich eine neuromotorische Unreife zeigen?

Mögliche Anzeichen sind:

  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
  • schnelle Ablenkbarkeit
  • motorische Unruhe
  • Schwierigkeiten beim Schreiben und in der Graphomotorik
  • Probleme mit Gleichgewicht und Koordination
  • Unsicherheiten in der Raum-Lage-Wahrnehmung
  • Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen
  • erhöhte Anstrengung bei schulischen Aufgaben
  • geringe Frustrationstoleranz
  • Auffälligkeiten in Haltung und Körperspannung
  • Probleme bei der Blicksteuerung oder visuellen Wahrnehmung

Natürlich können diese Symptome viele verschiedene Ursachen haben. Die INPP-Testung dient daher dazu, mögliche neuromotorische Einflussfaktoren genauer zu untersuchen.

INPP Methode

Ablauf der INPP-Förderung

Die neuromotorische Entwicklungsförderung nach INPP folgt einem klar strukturierten Ablauf. Ziel ist es, mögliche Zusammenhänge zwischen der neurologischen Reifung und den aktuellen Schwierigkeiten eines Kindes zu erkennen und gezielt zu fördern. Dabei steht nicht die Behandlung einzelner Symptome im Vordergrund, sondern die Unterstützung grundlegender Entwicklungsprozesse des Nervensystems.

1. Ausführliches Anamnesegespräch

Zu Beginn findet ein ausführliches Elterngespräch statt. Dabei werden Informationen zur Schwangerschaft, Geburt, frühkindlichen Entwicklung sowie zu den aktuellen Herausforderungen des Kindes gesammelt. Gemeinsam wird betrachtet, ob die beobachteten Schwierigkeiten möglicherweise mit einer neuromotorischen Unreife zusammenhängen könnten.

2. Neuromotorische Testung

Anschließend erfolgt eine umfangreiche Untersuchung des neuromotorischen Entwicklungsstandes. Je nach Alter und Fragestellung werden unter anderem folgende Bereiche überprüft:

  • Frühkindliche Reflexe
  • Gleichgewichtsfunktionen
  • Halte- und Stellreaktionen
  • Grob- und Feinmotorik
  • Bewegungsentwicklung
  • Augenfolgebewegungen und Augenmuskelfunktionen
  • Visuelle Wahrnehmung
  • Augen-Hand-Koordination
  • Lateralität (Händigkeit, Seitigkeit)

Die Diagnostik ermöglicht eine differenzierte Einschätzung der neurologischen Reife und ihrer möglichen Auswirkungen auf Lernen, Verhalten und Motorik.

3. Auswertung und Beratung

Nach Abschluss der Untersuchung werden die Ergebnisse ausführlich besprochen. Dabei wird erläutert, welche Zusammenhänge zwischen den Testergebnissen und den Schwierigkeiten im Alltag, Kindergarten oder in der Schule bestehen können. Gemeinsam werden realistische Ziele und die weitere Vorgehensweise festgelegt.

4. Individuelles Übungsprogramm

Auf Grundlage der Untersuchung wird ein persönliches Förderprogramm erstellt. Die Übungen orientieren sich an natürlichen Entwicklungsschritten des Nervensystems und werden individuell auf das Kind abgestimmt.

Die tägliche Durchführung zu Hause nimmt in der Regel nur wenige Minuten in Anspruch. Entscheidend für den Erfolg sind Regelmäßigkeit, Genauigkeit und die Unterstützung durch die Eltern. Schriftliche Anleitungen erleichtern die Umsetzung im Alltag.

5. Regelmäßige Verlaufskontrollen

Etwa alle sechs bis acht Wochen finden Kontrolltermine statt. Dabei werden:

  • Fortschritte überprüft
  • die Übungsausführung kontrolliert
  • Veränderungen im Alltag besprochen
  • neue Entwicklungsziele festgelegt
  • das Übungsprogramm angepasst

So kann die Förderung kontinuierlich an den aktuellen Entwicklungsstand angepasst werden.

 

Langfristige Entwicklung begleiten

Die INPP-Förderung ist als Entwicklungsprozess angelegt. Je nach Ausgangssituation dauert die Begleitung häufig zwischen einem und zwei Jahren. Ziel ist es, dem Nervensystem ausreichend Zeit zu geben, bisher unvollständig abgeschlossene Entwicklungsschritte nachzureifen.

Mit zunehmender neuromotorischer Reife zeigen viele Kinder Verbesserungen in Bereichen wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Gleichgewicht, Koordination, Körperhaltung, emotionaler Regulation sowie schulischen Anforderungen. Die Förderung unterstützt damit die Entwicklung eines stabilen neurologischen Fundaments für Lernen, Bewegung und Alltag.

Unsere Aufgabe als Begleiter

Wir verstehen die INPP-Förderung als partnerschaftlichen Prozess zwischen Kind, Eltern und Therapeut. Durch eine sorgfältige Testung, individuelle Begleitung und regelmäßige Anpassung des Förderprogramms unterstützen wir Ihr Kind dabei, seine vorhandenen Fähigkeiten besser nutzen und weiterentwickeln zu können. Dabei stehen die Stärken des Kindes ebenso im Mittelpunkt wie die Herausforderungen, die gemeinsam bewältigt werden sollen.

 
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